Projekt Rad4Alp: Ein modernes Radarmessnetz für die Schweizer Alpen
Erneuerung und Erweiterung des Radarmessnetzes von MeteoSchweiz
Die drei bestehenden Wetterradaranlagen von MeteoSchweiz sind bereits über 15 Jahre im Einsatz:
- Monte Lema seit 1993,
- Albis seit 1994,
- La Dôle seit 1995.
Sie arbeiten ununterbrochen rund um die Uhr und liefern voll automatisch hoch aufgelöste, flächendeckende Niederschlagsinformationen über Regen, Hagel und Schnee. Verschiedene Komponenten erreichen nun das Ende ihrer Lebenszeit.
Im Projekt Rad4Alp erneuert MeteoSchweiz deswegen das Netzwerk und bringt es auf den neuesten Stand von Forschung und Technik. Technische Spezialisten der armasuisse unterstützen die Radarexperten der MeteoSchweiz bei der Lösung komplexer fachtechnischer Fragen und der Durchführung öffentlicher Beschaffungsverfahren.
Das bestehende Radarmessnetz deckt die Schweiz weitgehend ab. Im Wallis und in Graubünden versperren die Berge allerdings teilweise den Blick der Radaranlagen in die Alpentäler (siehe Abbildung 1). Im Projekt Rad4Alp ist deswegen der Bau von zwei zusätzlichen Radarstandorten geplant.
Abbildung 1: Die drei bestehenden Radaranlagen decken die Schweiz weitgehend ab. Im Wallis und in Graubünden versperren die Berge allerdings teilweise den Blick der Radaranlagen in die Alpentäler.
Neuer Radarstandort im Wallis: Pointe de la Plaine Morte
Der Standort im Wallis ist bereits gefunden: Pointe de la Plaine Morte auf 2900 Meter über Meer. Diese Höhe garantiert eine hohe Sichtbarkeit über weite Teile der westlichen Alpen (siehe Abbildung 2) und liefert somit einen maximalen Gewinn an zusätzlichen Wetterinformationen. Die Wahl des geeigneten Standorts in Graubünden steht noch bevor.
Abbildung 2: Blick vom neuen Radarstandort im Wallis: Pointe de la Plaine Morte.
Herausforderung Hochgebirge
Der Standort im Hochgebirge (siehe Abbildung 3) stellt besondere Herausforderung an die Radarmeteorologen. So sind zum Beispiel aufgrund der geringen Luftdichte technische Anpassungen am Radarsystem notwendig. Aber auch der Höhenunterschied innerhalb des Wetterradarnetzwerks von rund 2000 Metern ist bei der Datenauswertung mit neuen Algorithmen und Methoden zu berücksichtigen.
MeteoSchweiz kann dabei auf ein Radarteam zurückgreifen, welches über langjährige Erfahrung (Operationel / Forschung / Entwicklung) in der Radarmeteorologie im Hochgebirge verfügt. Ihre Aufgabe ist es, aus den neuen Radardaten zuverlässige und detaillierte Informationen über Regen, Schnee und Hagel abzuleiten.
Abbildung 3: Der zukünftige Standort des zusätzlichen Wetterradars im Wallis: Point de la Plaine Morte.
Modernisierung der Datenverarbeitung
Um innovative Produkte anbieten zu können, muss MeteoSchweiz laufend die Algorithmen für die Datenauswertung überarbeiten und verbessern.
Die Anzahl der angebotenen Radarprodukte und die Komplexität der Algorithmen ist dabei so rasant gestiegen, dass die aktuelle Software-Architektur an ihre Grenzen stösst. Im Zuge von Rad4Alp wird deswegen auch die Architektur der Datenprozessierung einem globalen Re-Design unterzogen.


